Kampf um unser Schule

17.10.2018

Der Kern der Anklage lautete, dass unsere „willkürliche Erhöhung“ der Schulgebühr „aus reiner Gewinnsucht“ das verfassungsmäßige Recht auf Schulbildung der Kinder der Kläger verletzt hätte. Unsere Anwälte hielten dagegen, dass dies nicht der Fall sei, da besagte Kinder, die von ihren Eltern ins Ave Maria geschickt worden seien, dort seit dem ersten Schultag am Unterricht teilnehmen, obgleich die Eltern keinen Vertrag unterzeichnet und keinen Centavo bezahlt hätten.
Am Ende wies die Richterin die Verfassungsklage zurück. Die Begründung lautete, dass keine Verletzung eines verfassungsmäßigen Rechts vorliege. Um die Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der Schulgeldnivellierung zu befinden war nicht ihre Aufgabe. Nach der Urteilsverkündung rannten als erste die Regierungs-Anwälte aus dem Saal, ihre Handies an den Ohren und heftig telefonierend. Einer von ihnen sagte zu einem unserer Lehrer, die draußen warteten: „Sie haben mir meine Karriere verdorben!“ Sr. Christine wurde vor dem Gerichtsgebäude von den begeisterten Eltern, Mitarbeitern, Ehemaligen und von der Presse empfangen.
Keine der anderen großen Privatschulen hat sich mit uns solidarisiert oder uns auch nur alles Gute gewünscht, weder die der Jesuiten, noch die der Salesianer. Der Erzbischof riet uns nur, im Glauben fest zu bleiben und zu beten. Die Kirche war bei unserem Prozess durch zwei alte Dominikanerinnen und eine alte Franziskanerin vertreten, die uns vor Betreten des Gerichtssaals Mut zusprachen.